10-a2-2-swot-analyse-durchführen

SWOT-Analyse durchführen: So macht sie für Kleinst- und kleine Unternehmen Sinn

Viele Selbständige und Inhaber von Kleinst- und kleinen Unternehmen schrecken vor der SWOT-Analyse zurück, weil sie den vermeintlichen Zeitaufwand fürchten – und von der Praxistauglichkeit nicht überzeugt sind. Dieser Artikel zeigt, wie Sie in kleinem Rahmen eine SWOT-Analyse durchführen und die Ergebnisse praxistauglich auf Ihr Unternehmen anwenden.

Was Ihnen die SWOT Analyse bringt

Mithilfe einer SWOT-Analyse (Strengths-Weakness-Opportunities-Threats-Analysis) können Sie die Stärken und Schwächen Ihres Unternehmens sowie seine Chancen und Risiken ermitteln. Anschließend können Sie direkt aus der Analyse konkrete Handlungsstrategien für Ihr Unternehmen ableiten.

Für Selbständige und inhabergeführte Unternehmen ist die Analyse wertvoll, weil sie komplexe Sachverhalte auf vier einfache Kategorien reduziert. Einen ehrlichen und offenen Blick vorausgesetzt, können Sie mithilfe der SWOT-Analyse auch kritische Situationen selbst prüfen, bewerten und auflösen.

SWOT-Analyse durchführen in sechs Schritten

  1. Bestandsaufnahme schreiben: Sammeln Sie stichpunktartig alle relevanten Fakten zu Ihrem konkreten Problem. Ohne Bewertung – es geht nur um eine Sammlung der Rohdaten für den besseren Überblick.
  2. Stärken benennen: Wo liegen die Stärken bei Ihnen bzw. Ihrem Unternehmen? Die Stärken sollten faktenbasiert sein, nicht gefühlsbasiert. Beispiele: einzigartiges Fachwissen, besonders engagierte Mitarbeiter, perfekte Organisation.
  3. Schwächen benennen: Wo liegen die Schwächen bei Ihnen bzw. Ihrem unternehmen? Wo besteht Verbesserungsbedarf? Welche Prozesse sind unübersichtlich? Welche Ressourcen fehlen? Diese Liste sollte ebenfalls faktenbasiert sein – und ehrlich. Beispiele: Veraltete Technik, Personalmangel, Organisationsfehler.
  4. Chancen erkennen: Welche Martkentwicklungen können Sie für sich nutzen? Beispiel: Lücken oder Ausfälle bei Wettbewerbern, verändertes Verhalten Ihrer Zielgruppe, neue Trends.
  5. Risiken erkennen: Welche externen Gefahren gibt es? Beispiele: Wachsende Konkurrenz, neue Vorschriften, neue Techniken.
  6. Strategien ableiten: Verknüpfen Sie die Punkte und leiten Sie daraus Handlungsimpulse ab.
    • SO – die Verstärkungsstrategie: Wie können Sie Stärken nutzen, um Chancen wahrzunehmen?
    • ST – die Neutralisierungstrategie: Wie können Sie Stärken einsetzen, um Risiken entgegenzuwirken?
    • WO – die Umwandlungsstrategie: Wie können Sie Chancen nutzen, um Schwächen in Stärken zu verwandeln?
    • WT – die Verteidigungsstrategie: Wie können Sie verhindern, dass Schwächen Risiken begünstigen?

Wann die Analyse Sinn macht

Eine SWOT-Analyse lohnt sich in der Regel bei konkreten Entscheidungen: Soll ein neues Angebot eingeführt werden? Brauchen Sie zusätzliche Mitarbeiter? Steht eine Preisänderung an? Wollen Sie sich anders orientieren?

In der Praxis zeigen sich zwei Muster: Entweder machen Unternehmer die Analyse zu früh (bevor belastbare Daten vorliegen) oder zu spät (nach der ersten Panikreaktion). Der optimale Zeitpunkt ist, wenn Ihre bisherige Strategie reif ist für eine Überprüfung – typischerweise einmal jährlich im Rahmen Ihrer Jahresplanung.

Ein weiterer Indikator: Wenn Sie merken, dass Sie auf dem Gefühlsweg entscheiden, obwohl Sie über belastbare Daten verfügen, ist der richtige Moment für eine Analyse gekommen.

FAQ zur SWOT-Analyse

Benötige ich dafür externe Berater?
Nein. Selbständige und Unternehmensinhaber haben in der Regel einen klaren Blick und ein gutes Gefühl für ihre Situation. Wichtig ist, dass Sie sich gegenüber ehrlich sind. Einen externen Berater sollten Sie hinzuziehen, wenn Sie sich unsicher fühlen oder Ihnen der klare Blick fehlt – und Sie deshalb alleine mit der SWOT-Analyse nicht zurecht kommen.

Wie lange dauert eine SWOT-Analyse?
Rechnen Sie je nach Komplexität Ihres Problems mit ein bis zwei Stunden für die Schritte eins bis fünf, also die Datensammlung und das Sortieren. Fokussieren Sie sich dabei auf die Kernaussagen. Zwei bis drei Sätze pro Analyseschritt genügen. Ins Detail können Sie später immer noch gehen.

Was passiert nach der Analyse?
Die Analyse alleine liefert keine Ergebnisse. Die eigentliche Arbeit beginnt, wenn Sie die Verknüpfungen zwischen den Analyseergebnissen herstellen und in konkrete Maßnahmen übersetzen. Rechnen Sie hier mit Arbeiten von ein bis zwei Stunden.

Das war interessant? Lesen Sie gerne auch diese Artikel: