Website erstellen lassen: Kosten und Ablauf
Sie möchten für Ihr Unternehmen eine Website erstellen lassen, wissen aber nicht, was das kostet, wie lange es dauert und worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten. Dieser Artikel beantwortet die häufigsten Fragen zu Kosten, Ablauf und Anbieterwahl bei Website-Projekten – mit konkreten Zahlen.
1. Was „eine Website erstellen lassen“ konkret bedeutet
📝 Definition: Eine Website erstellen lassen bedeutet, eine Fachperson mit der Konzeption, Gestaltung und technischen Umsetzung Ihrer Website zu beauftragen, abgestimmt auf Ihr Unternehmen, Ihre Ziele und Ihre Zielgruppe.
Das unterscheidet sich deutlich davon, lediglich eine vorgefertigte Vorlage zu befüllen: Struktur, Texte und Funktionen werden auf das konkrete Geschäft zugeschnitten, nicht nach einem Schema ausgefüllt.
💡 Tipp: Wer vor dem ersten Gespräch klärt, was die Website konkret leisten soll – mehr Anfragen, Online-Verkäufe oder mehr Sichtbarkeit – ermöglicht genauere Angebote und weniger Korrekturrunden.
2. Was eine Website erstellen lassen kostet
Der Preis hängt von mehreren Faktoren ab.
2.1 Die drei Preissegmente
- 500 bis 2.500 Euro: in der Regel eine WordPress-Website auf Basis einer vorgefertigten Designvorlage, eines sogenannten Themes. Individuelle Anpassungen, strategische Beratung oder ein eigenes Design sind in diesem Segment nicht enthalten.
- 2.500 bis 8.000 Euro: der Bereich, in dem sich die meisten Selbständigen und Unternehmer bewegen. Enthalten sind ein konzeptionell durchdachtes Design, eine klare Seitenstruktur, Unterstützung bei den Texten, die Grundkonfiguration für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) und eine Website, die auf das jeweilige Unternehmen zugeschnitten ist.
- Ab 8.000 Euro: komplexere Projekte wie Online-Shops, Mitgliederbereiche, individuelle Funktionen oder umfangreiche Unternehmenswebsites mit eigenem Entwicklungsaufwand.
⚠️ Wichtig: Der Anschaffungspreis sagt wenig über die tatsächlichen Kosten aus. Entscheidend ist, wie viele Anfragen eine Website über ihre Lebensdauer bringt und wie lange sie technisch aktuell bleibt. Bei knappem Budget lohnt sich ein Blick in die Förderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
2.2 Was den Preis beeinflusst
- Seitenanzahl und Struktur: eine Website mit fünf Seiten unterscheidet sich deutlich von einem Unternehmensauftritt mit 20 Seiten
- Individuelle Gestaltung im Vergleich zu einer angepassten Designvorlage
- Texterstellung: Übernehmen Sie das selbst, oder schreibt die beauftragte Fachperson die Texte?
- Funktionen wie Kontaktformular, Buchungssystem, Shop oder Mitgliederbereich
- SEO-Einrichtung: technische Grundkonfiguration, Metadaten (Strukturdaten für Suchmaschinen), Ladezeiten
- Betreuung danach: einmaliges Projekt oder laufende Wartung
🧩 Beispiel: Eine Grafikdesignerin lässt eine Website mit vier Seiten erstellen, mit eigenem Design, die Texte schreibt sie selbst. Die Kosten: 2.800 Euro einmalig, dazu 89 Euro monatlich für Wartung und Hosting, also die laufende Serverbereitstellung.
3. Der Ablauf: So läuft ein Website-Projekt ab
Ein Website-Projekt durchläuft typischerweise fünf Phasen.
3.1 Phase 1: Informationsgespräch und Konzept
Am Anfang steht ein Gespräch über die Projektanforderungen: Geschäftsaktivitäten, Zielgruppe, Ziele und Vorstellungen. Daraus entsteht das Konzept – welche Seiten die Website braucht, welche Struktur sinnvoll ist und welche Botschaft sie vermitteln soll.
Je mehr Informationen Sie im Erstgespräch mitgeben, desto weniger Korrekturrunden folgen später. Hilfreich: drei bis fünf Websites, die gefallen, und drei bis fünf, die nicht gefallen – mit kurzen Notizen, was jeweils den Unterschied macht. Das verkürzt die erste Abstimmungsrunde erheblich.
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3.2 Phase 2: Design und Gestaltung
Auf Basis des Konzepts entsteht das visuelle Design. In der Regel sehen Sie zunächst einen oder zwei Entwürfe, sogenannte Mockups, statische Designvorlagen, die zeigen, wie die fertige Website aussehen wird. Hier geben Sie Rückmeldung zu Farben, Schriften, Struktur und Bildsprache.
💡 Tipp: Änderungen am Design lassen sich in dieser Phase unkompliziert umsetzen. Nach der technischen Umsetzung kosten dieselben Änderungen deutlich mehr Zeit und Geld.
Planen Sie dieses Jahr eine neue Website? Welche Designtrends 2026 aktuell relevant sind, lesen Sie in meinem Artikel Webdesign-Trends 2026.
3.3 Phase 3: Technische Umsetzung
Das freigegebene Design wird umgesetzt: Installation, Konfiguration, Einbindung aller Funktionen, Texte und Bilder. Die wichtigste Voraussetzung in dieser Phase ist die rechtzeitige Lieferung aller Inhalte durch den Auftraggeber – Texte, Bilder, Logos.
🔭 Hinweis: Der häufigste Grund für Projektverzögerungen sind fehlende Inhalte vom Auftraggeber. Ich lasse mir die Inhalte deshalb meist schon zu Projektbeginn geben.
3.4 Phase 4: Überprüfung und Freigabe
Vor der Veröffentlichung folgt eine Testphase: Funktionieren alle Links, lädt die Seite auf dem Smartphone korrekt, und sind die Formulare aktiv? Diese Prüfung läuft systematisch, mit der Möglichkeit für Sie, letzte Korrekturen einzubringen.
Die meisten Nutzer rufen Websites heute über das Smartphone auf. Eine fehlerhafte mobile Darstellung kostet direkt Kunden.
3.5 Phase 5: Veröffentlichung und Übergabe
Die Website geht online. Zu einer vollständigen Übergabe gehören eine Einweisung für eigene kleine Änderungen, alle dokumentierten Zugangsdaten und idealerweise ein Wartungsplan.
Planen Sie eine grundlegende Überarbeitung Ihrer bestehenden Website? Was dabei zu beachten ist, erfahren Sie in meinem Artikel Website-Relaunch planen.
4. Worauf Sie bei der Anbieterwahl achten sollten
4.1 Portfolio und Referenzen
Prüfen Sie vorhandene Projekte, nicht nur, ob die Websites gut aussehen, sondern ob sie zu Unternehmen ähnlich Ihrem passen. Erfahrung mit Selbständigen und Unternehmern, idealerweise mit Ihrer Branche, ist ein gutes Zeichen. Lassen Sie sich Referenzen zeigen.
4.2 Transparenz bei Preisen und Leistungen
Ein detailliertes Angebot schlüsselt auf, was enthalten ist und was nicht. Vage Pauschalangebote ohne Leistungsbeschreibung sind ein Warnsignal. Konkrete Fragen sind sinnvoll: Was kostet eine zusätzliche Korrekturrunde? Was kostet eine Änderung nach der Veröffentlichung?
⚠️ Wichtig: Bei sehr günstigen Angeboten lohnt sich ein genauer Blick auf die Leistungsbeschreibung. Häufig steckt dahinter ein Baukastensystem mit langfristigen Einschränkungen, oder die Betreuung endet abrupt nach Projektabschluss.
4.3 Kommunikation und Prozess
Antwortet der Anbieter verlässlich, und werden Entscheidungen erklärt? Ein gutes Arbeitsverhältnis basiert auf klarer Kommunikation und definierten Zwischenzielen.
🧩 Beispiel: Eine Kundin kam zu mir, nachdem ein anderer Anbieter drei Monate lang kaum erreichbar war und am Ende ein Ergebnis lieferte, das nicht ihren Anforderungen entsprach. Das Projekt musste komplett neu aufgesetzt werden, mit doppelten Kosten und verlorener Zeit.
5. Laufende Kosten nach der Veröffentlichung
5.1 Hosting und Domain
📝 Definition: Hosting bezeichnet die Bereitstellung des Servers, auf dem eine Website gespeichert ist und von dort ausgeliefert wird. Solide Hosting-Angebote für WordPress-Websites beginnen bei etwa fünf bis 15 Euro pro Monat. Eine Domain, also die Webadresse, kostet je nach Endung zwischen 10 und 30 Euro pro Jahr.
Ein deutscher oder europäischer Anbieter mit DSGVO-konformem Hosting ist empfehlenswert. Das Portal webhostlist.de bietet einen unabhängigen Vergleich gängiger Anbieter.
Sie erwägen einen Anbieterwechsel? Dann lesen Sie meinen Artikel Webhosting wechseln.
5.2 Wartung und Updates
Mit der Veröffentlichung beginnt die laufende Pflege: Updates für das System, die installierten Erweiterungen und das Design-Theme. Vernachlässigte Updates führen zu Sicherheitslücken und technischen Problemen. Diese Pflege übernehmen Sie entweder selbst, oder ein Wartungsvertrag deckt sie ab, üblicherweise für 50 bis 150 Euro pro Monat, je nach Umfang.
📌 Merke: Eine Website ist kein Einmalprojekt, sondern ein digitales Werkzeug, das kontinuierliche Pflege braucht.
5.3 Weiterentwicklung und SEO
Mit der fertigen Website beginnt die Arbeit an der Sichtbarkeit: regelmäßig neue Inhalte, technische Suchmaschinenoptimierung und gegebenenfalls bezahlte Werbung. Ein Budget für diese Weiterentwicklung gehört von Anfang an in die Planung.
6. Selbst machen oder Website erstellen lassen
Selbst machen ist sinnvoll bei einem sehr knappen Budget und der Bereitschaft, Zeit zu investieren. WordPress mit einem Page-Builder, einem visuellen Werkzeug zum Erstellen von Seiten ohne Programmierkenntnisse, ermöglicht auch mit überschaubaren technischen Vorkenntnissen solide Ergebnisse.
Eine Website erstellen lassen ist die bessere Wahl, wenn:
- die eigene Zeit begrenzt ist
- ein durchdachter Auftritt für die Zielgruppe entscheidend ist
- keine Kapazität besteht, sich in die Technik einzuarbeiten
- eine selbst erstellte Website bereits existiert, aber nicht die gewünschten Ergebnisse bringt
Ein Mittelweg: Design und technische Grundstruktur fachkundig erstellen lassen, die Inhalte danach selbst pflegen. Das ermöglicht zum Beispiel ein sogenanntes Brand Kit, ein fertiges Markendesign auf Agentur-Niveau.
Ein Brand Kit enthält eine fertige Website und aufeinander abgestimmte Druckprodukte, etwa Visitenkarte und Briefpapier, aus demselben Designsystem, zum Festpreis und mit kalkulierbarem Zeitrahmen. Ich biete solche Brand Kits in der aktuellen Botanica-Kollektion an, jedes Design wird einmalig vergeben. Innerhalb von sechs bis acht Wochen entsteht so ein vollständiger Markenauftritt, digital und im Druck, aus einer Hand.
7. Fazit
Eine Website erstellen zu lassen, ist keine einmalige Ausgabe, sondern der Beginn eines Werkzeugs, das gepflegt und weiterentwickelt werden muss. Die Wahl des Anbieters, das Budget und der Zeitplan hängen eng zusammen – wer das vorab klärt, vermeidet die meisten Überraschungen im Projektverlauf.
Beschreiben Sie mir Ihr Projekt – ich sage Ihnen, was umsetzbar ist und was es kostet.
