Keyword-Recherche

Keyword-Recherche lernen: Eine Anleitung

Sie schreiben Texte für Ihre Website, veröffentlichen Blogartikel, optimieren Seiten — aber der Besucherstrom bleibt aus? Oder Sie stehen noch ganz am Anfang und wollen von Beginn an das Richtige tun? In beiden Fällen führt kein Weg an einer soliden Keyword-Recherche vorbei: Einer Recherche Ihrer Schlüsselwörter. Sie ist das Fundament, auf dem jede erfolgreiche SEO-Strategie aufbaut.

Das Gute: Keyword-Recherche ist kein Hexenwerk. Es gibt Methoden, Werkzeuge und eine logische Vorgehensweise, die Sie Schritt für Schritt ans Ziel bringen. Dieser Artikel zeigt Ihnen, wie.

1. Was Keyword-Recherche ist — und warum sie so wichtig ist

📝 Definition: Keyword-Recherche ist der systematische Prozess, in dem Sie herausfinden, welche Begriffe und Formulierungen Ihre Zielgruppe bei Google eingibt, wenn sie nach dem sucht, was Sie anbieten. Das Ergebnis ist eine strukturierte Liste von Suchbegriffen, die als Grundlage für Ihre Website-Inhalte, Ihre Blogartikel und Ihre gesamte Suchmaschinenoptimierungsstrategie dient.

Warum ist das so entscheidend? Weil Sie vielleicht Ihre Leistung als „ganzheitliche Kommunikationsberatung“ bezeichnen — Ihre Zielgruppe aber bei Google „PR-Beratung für Startups“ eingibt. Wenn Sie für den falschen Begriff optimieren, erscheinen Sie in den Suchergebnissen für Anfragen, die niemand stellt. Und für die Anfragen, die gestellt werden, tauchen Sie gar nicht auf.

Keyword-Recherche schließt diese Lücke. Sie bringt Ihre Sprache und die Sprache Ihrer Zielgruppe in Deckung. Das ist der eigentliche Kern.

⚠️ Wichtig: Keyword-Recherche ist kein einmaliger Schritt. Sie ist eine regelmäßige Aufgabe — denn Suchverhalten verändert sich, neue Themen entstehen, und Ihr Geschäft entwickelt sich weiter. Planen Sie mindestens einmal pro Jahr eine Keyword-Analyse und-überarbeitung ein.

Sie sind ein absoluter SEO-Anfänger? Dann ist dieser Artikel der richtige für Sie: SEO für Anfänger: Leicht erklärt.

2. Die drei Keyword-Typen, die Sie kennen müssen

Nicht alle Keywords sind gleich. Für eine effektive Keyword-Recherche müssen Sie wissen, welche Typen es gibt — und welche für Ihr Unternehmen in welcher Situation sinnvoll sind.

2.1 Short-Tail-Keywords: Weite Begriffe mit viel Konkurrenz

📝 Definition: Short-Tail-Keywords sind kurze, allgemeine Suchbegriffe — meist ein bis zwei Wörter. „Webdesign“, „SEO“, „Steuerberatung“, „Fotografie“. Diese Begriffe haben hohes Suchvolumen, also viele monatliche Suchanfragen. Aber sie haben auch enorme Konkurrenz. Auf Seite 1 für „Webdesign“ zu ranken bedeutet, gegen etablierte Agenturen, Fachmagazine und Vergleichsportale anzutreten.

Für Selbständige und Unternehmer sind Short-Tail-Keywords in der Regel kein realistisches Ziel — zumindest nicht am Anfang. Sie können dennoch sinnvoll sein, um das übergeordnete Thema einer Seite zu definieren und als Dachbegriff für eine Gruppe spezifischerer Keywords zu dienen.

2.2 Mid-Tail-Keywords: Der praktische Mittelweg

📝 Definition: Mid-Tail-Keywords sind zwei bis drei Wörter lang und spezifischer als Short-Tail, aber weiter gefasst als Long-Tail. „Webdesign München“, „SEO für Anfänger“, „Steuerberatung Kleinunternehmer“. Sie haben moderates Suchvolumen und mittlere Konkurrenz. Für etablierte Websites mit bereits solidem SEO-Fundament sind Mid-Tail-Keywords ein realistisches Ziel.

2.3 Long-Tail-Keywords: Der smarteste Einstieg für Einsteiger

📝 Definition: Long-Tail-Keywords sind längere, sehr spezifische Suchanfragen — meist drei bis sechs Wörter. „Webdesign für Therapeuten in München“, „SEO für Anfänger ohne Vorkenntnisse“, „Steuerberatung für Freelancer Berlin“. Sie haben geringeres Suchvolumen, aber auch deutlich weniger Konkurrenz. Und sie haben einen entscheidenden Vorteil: Wer so spezifisch sucht, weiß meist genau, was er will — und ist damit kaufbereiter.

💡 Tipp: Starten Sie Ihre Keyword-Recherche bewusst mit Long-Tail-Keywords. Sie sind erreichbarer, zielgenauer und konvertieren besser. Mit wachsender Domain-Autorität können Sie schrittweise auf breitere Begriffe abzielen.

3. Keyword-Recherche Schritt für Schritt

3.1 Schritt 1: Themenbereiche definieren

Bevor Sie eine einzige Keyword-Software öffnen, beginnen Sie mit einer einfachen Übung. Schreiben Sie auf, in welchen Themenbereichen Sie Inhalte erstellen wollen. Das sind Ihre sogenannten Seed-Keywords — also Ausgangsbegriffe, von denen aus Sie die Recherche starten.

Für einen Webdesigner könnten das sein: Webdesign, WordPress, Website, Hosting, Ladezeit, Relaunch. Als Ernährungsberater: Ernährung, Abnehmen, gesunde Ernährung, Meal Prep, Diät. Als Unternehmensberater: Businessplan, Unternehmensberatung, Strategie, Positionierung.

Diese Liste muss nicht perfekt sein. Sie ist der Ausgangspunkt, nicht das Ergebnis.

3.2 Schritt 2: Die Perspektive Ihrer Zielgruppe einnehmen

Jetzt kommt der wichtigste Gedankensprung der gesamten Keyword-Recherche: Vergessen Sie für einen Moment, wie Sie selbst über Ihr Angebot denken. Denken Sie stattdessen wie jemand, der Ihr Angebot sucht — aber noch nicht weiß, dass es Sie gibt.

Welche Probleme hat diese Person? Welche Fragen stellt sie sich? Welche Begriffe würde sie bei Google eingeben, um eine Lösung zu finden? Oft sind das keine Fachbegriffe, sondern alltagsnahe Formulierungen. Jemand, der einen Webdesigner sucht, tippt vielleicht „Website erstellen lassen“ oder „neue Website Kosten“ — nicht „professionelles Webdesign Dienstleistung“.

🧩 Beispiel: Ein Business-Coach bezeichnet seine Arbeit intern als „systemische Organisationsentwicklung“. Seine Zielgruppe sucht aber nach „Führungskräfte Coaching“, „Team Konflikte lösen“ und „bessere Kommunikation im Team“. Die Keyword-Recherche zeigt ihm diese Lücke — und verändert so die gesamte Strategie, mit der er seine Inhalte entwickelt.

3.3 Schritt 3: Google selbst als Recherche-Tool nutzen

Google ist das beste und gleichzeitig am meisten unterschätzte Keyword-Recherche-Werkzeug überhaupt — und es ist kostenlos. Diese Methoden liefern direkt aus der Quelle, welche Begriffe Menschen tatsächlich suchen:

Autovervollständigung:
Tippen Sie Ihren Seed-Begriff in die Google-Suche und schauen Sie, welche Vorschläge erscheinen. Jeder dieser Vorschläge ist eine echte, häufig gestellte Suchanfrage.

„Ähnliche Suchanfragen“:
Am Ende jeder Google-Ergebnisseite finden Sie verwandte Suchbegriffe. Das sind direkte Hinweise auf verwandte Keywords.

„Andere fragen auch“:
Die Fragenbox in den Suchergebnissen zeigt häufige Fragen rund um Ihr Thema. Diese Fragen sind perfekte Ausgangspunkte für Blogartikel und Häufig-gestellte-Fragen-Seiten.

Google Trends:
Unter trends.google.de sehen Sie, wie sich das Suchinteresse für bestimmte Begriffe über Zeit entwickelt — und ob ein Begriff saisonal schwankt oder konstant gesucht wird.

3.4 Schritt 4: Keyword-Tools einsetzen

Neben Google selbst gibt es spezialisierte Anwendungen, die Ihnen Daten zu Suchvolumen, Konkurrenz und verwandten Keywords liefern. Hier eine Übersicht der wichtigsten Anwendungen für verschiedene Budgets.

Kostenlose Werkzeuge:

Google Search Console:
Zeigt Ihnen, für welche Begriffe Ihre Website bereits erscheint — inklusive Klicks, Impressionen und durchschnittlicher Position. Unverzichtbar, auch wenn Sie noch keine aktive Keyword-Recherche betreiben.

Google Keyword Planner:
Erfordert ein Google Ads Konto, ist aber kostenlos nutzbar. Liefert Suchvolumendaten und Keyword-Ideen direkt von Google.

Ubersuggest (Basis):
Die Anwendung bietet kostenlos begrenzte Keyword-Daten, Konkurrenzanalysen und Ideen für Inhalte. Für den Einstieg ausreichend.

Answer the Public:
Visualisiert alle Fragen und Präpositionen, die Menschen in Verbindung mit einem Begriff suchen. Besonders hilfreich für die Ideenfindung für Blogartikel.

Kostenpflichtige Werkzeuge:

Ahrefs:
Das umfangreichste Tool für fortgeschrittene Keyword-Recherche, Backlink-Analyse und Wettbewerbsanalyse. Ab ca. 99 Dollar pro Monat.

Sistrix:
Das in Deutschland am häufigsten genutzte SEO-Werkzeug für professionelle Analysen. Besonders stark bei der Sichtbarkeitsanalyse im deutschsprachigen Raum. Ab ca. 99 € pro Monat.

XOVI:
Eine deutsche Alternative mit soliden Keyword-Recherche-Funktionen, etwas günstiger als Sistrix.

💡 Tipp: Als Einsteiger brauchen Sie keine kostenpflichtige Software. Google Search Console, Google Keyword Planner und Google Trends liefern gemeinsam eine solide Datenbasis — kostenlos. Kostenpflichtige Software lohnt sich, wenn SEO ein zentraler Bestandteil Ihrer Sichtbarkeitsstrategie wird und Sie regelmäßig tiefergehende Analysen benötigen.

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3.5 Schritt 5: Keywords bewerten und priorisieren

Sie haben jetzt eine Liste mit Keyword-Ideen. Der nächste Schritt ist die Bewertung. Welche Keywords sind für Sie tatsächlich relevant — und welche haben realistische Rankingchancen?

Bewerten Sie jedes Keyword nach drei Kriterien:

Relevanz:
Passt dieses Keyword zu Ihrem Angebot und Ihrer Zielgruppe? Würde jemand, der diesen Begriff sucht, von Ihrem Angebot profitieren?

Suchvolumen:
Wie viele Menschen suchen monatlich nach diesem Begriff? Ein Keyword mit zehn monatlichen Suchanfragen ist für die meisten Unternehmen zu klein. Hundert bis tausend Suchanfragen pro Monat ist für Long-Tail-Keywords ein realistischer und wertvoller Bereich.

Konkurrenz (sogenannte Keyword Difficulty, KD):
Wie schwer ist es, für diesen Begriff eine gute Position in den Suchergebnissen zu bekommen? Die meisten Anwendungen zeigen einen KD-Wert an. Für Einsteiger sind Werte unter 30 realistisch. Über 60 ist schwieriges Terrain.

⚠️ Wichtig: Suchvolumen allein sagt nichts über die Qualität eines Keywords. Ein Begriff mit 200 monatlichen Suchanfragen und hoher Kaufbereitschaft ist wertvoller als ein Begriff mit 5.000 Suchanfragen und rein informativem Interesse.

3.6 Schritt 6: Suchintention verstehen

Das ist der Schritt, den viele Einsteiger überspringen — und der doch entscheidend ist.

📝 Definition: Die Suchintention (auch Search Intent) bezichnet den Grund, warum jemand einen bestimmten Begriff sucht. Google versucht, die Suchintention zu erkennen und die passenden Ergebnisse zu liefern.

Es gibt vier grundlegende Suchintentionen:

Informational:
Der Nutzer sucht Informationen. „Was ist SEO?“, „Wie funktioniert WordPress?“
→ passend für Blogartikel und Ratgeber-Seiten

Navigational:
Der Nutzer sucht eine bestimmte Website. „Wild Variety Communications“
→ kaum optimierbar, da spezifisch

Commercial:
Der Nutzer vergleicht Angebote. „SEO-Agentur Vergleich“, „Webdesign Kosten“
→ passend für Leistungsseiten und Vergleichsartikel

Transactional:
Der Nutzer ist bereit zu kaufen oder zu buchen. „Webdesigner beauftragen“, „SEO-Beratung buchen“
→ passend für Leistungsseiten mit klarem Call-to-Action, also einem Aufruf zu Handeln wie „Rufen Sie uns an“

Wenn Sie für ein Keyword mit informationaler Suchintention eine Verkaufsseite erstellen, werden Sie nicht ranken — weil Google erkennt, dass die Seite nicht zur Suchabsicht passt. Umgekehrt: Wenn Sie für ein transaktionales Keyword einen langen Ratgeber-Artikel schreiben, verfehlen Sie die Kaufabsicht der Suchenden.

🔭 Exkurs:
Schauen Sie sich einfach an, was Google für ein bestimmtes Keyword bereits auf Seite 1 zeigt. Sind das Blogartikel? Dann ist die Intention informational. Sind es Produktseiten oder Buchungsseiten? Dann ist die Intention transaktional. Passen Sie Ihren Content entsprechend an.

4. Keywords strukturieren: Die Keyword-Map

📝 Definition: Eine Keyword-Map ist eine strukturierte Übersicht, die jedem wichtigen Keyword eine bestimmte Seite Ihrer Website zuordnet. Sie stellt sicher, dass jede Seite ein klar definiertes Hauptthema hat und dass verschiedene Seiten nicht für dieselben Begriffe konkurrieren. Denn das wäre ein Problem: die sogenannte Keyword-Kannibalisierung.

Eine einfache Keyword-Map für eine Webdesign-Website könnte so aussehen:

Startseite: Webdesignerin [Stadt], professionelles Webdesign
Leistung: Webdesign: Website erstellen lassen, WordPress Website
Leistung: SEO: SEO-Beratung, Suchmaschinenoptimierung für KMU
Blog: Kosten-Artikel: Website erstellen lassen Kosten, was kostet eine Website
Blog: Anfänger-Artikel: SEO für Anfänger, Suchmaschinenoptimierung einfach erklärt

Diese Struktur verhindert, dass Ihre Startseite und ein Blogartikel für denselben Begriff konkurrieren — und hilft Google, zu verstehen, welche Seite für welches Thema relevant ist.

5. Keywords richtig in Inhalte einbauen

Keywords recherchieren ist eine Sache. Sie sinnvoll einzusetzen eine andere. Hier die wichtigsten Regeln für den natürlichen Einsatz von Keywords in Ihren Texten.

Das Hauptkeyword gehört in den Seitentitel, also den SEO-Titel, in die H1-Überschrift, in den ersten Absatz des Textes und in die Meta-Beschreibung. Darüber hinaus sollte es immer wieder natürlich im Text vorkommen — nicht mechanisch wiederholt, sondern organisch eingebettet. Synonyme und verwandte Begriffe helfen dabei, den Text natürlich klingen zu lassen und gleichzeitig semantisch verwandte Suchanfragen abzudecken.

Was Sie unbedingt vermeiden sollten:
Keyword-Stopferei — also das übermäßige, unnatürliche Wiederholen eines Keywords. „Unsere Keyword-Recherche-Anleitung zeigt Ihnen, wie Keyword-Recherche funktioniert und warum Keyword-Recherche wichtig ist“ — das liest sich schlecht und wird von Google abgestraft. Schreiben Sie für Menschen, nicht für Algorithmen.

Eine gute Faustregel: Wenn Sie Ihren Text laut vorlesen und stolpern, ist das ein Zeichen, dass ein Keyword zu oft vorkommt oder an dieser Stelle unnatürlich wirkt.

📌 Merke: Das Ziel der Keyword-Recherche ist nicht eine Liste von Begriffen, sondern ein tiefes Verständnis dafür, was Ihre Zielgruppe sucht, welche Fragen sie hat und welche Sprache sie spricht. Wer das versteht, schreibt automatisch bessere Inhalte — und wird mit besseren PLatzierungen belohnt.


🎯 Nächste Schritte

  • Öffnen Sie heute Google und tippen Sie Ihren wichtigsten Leistungsbegriff ein — schauen Sie sich die Autovervollständigen-Vorschläge und die „Ähnlichen Suchanfragen“ am Seitenende an. Das ist Ihre erste Keyword-Liste.  
  • Legen Sie eine einfache Tabelle an mit den Spalten Keyword, Suchvolumen (geschätzt), Konkurrenz und Suchintention — und tragen Sie Ihre ersten zehn Keywords ein. 
  • Prüfen Sie für jede wichtige Seite Ihrer Website: Für welches Keyword ist diese Seite optimiert? Wenn die Antwort „keine Ahnung“ ist, ist das Ihr nächster Arbeitsschritt.

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