Rechtschreibfehler

Die häufigsten Rechtschreibfehler in deutschen Geschäftstexten – und wie Sie sie vermeiden

Es gibt Rechtschreibfehler, die unterlaufen nahezu jedem. Nicht aus Unwissenheit, sondern aus Gewohnheit, Tempo oder weil die deutsche Rechtschreibung an bestimmten Stellen schlicht tückisch ist. Wenn Sie Ihre persönlichen Schwachstellen kennen, können Sie gezielt dagegen vorgehen – und Ihre Geschäftstexte werden merklich zuverlässiger.

Dieser Artikel zeigt Ihnen die häufigsten Rechtschreibfehler in deutschen Geschäftstexten – mit einer Erklärung, warum der jeweilige Fehler so häufig vorkommt, und mit Merkhilfen, die sich einprägen.

1. Warum ausgerechnet Geschäftstexte so fehleranfällig sind

Geschäftstexte entstehen oft unter Zeitdruck – und werden anschließend vom Verfasser selbst Korrektur gelesen. Beides zusammen ist ungünstig. Ihr Gehirn liest vertraute Texte erwartungsgeleitet: Es weiß, was dort stehen soll, und überspringt deshalb genau die Stellen, an denen Rechtschreibfehler stecken. Hinzu kommt, dass viele Schreibgewohnheiten so tief verankert sind, dass sie sich auch bei sorgfältigem Lesen nicht von selbst zeigen.

💡 Tipp: Wenn Sie bei einem Wort unsicher sind, schlagen Sie nach. Der Online-Duden ist kostenlos und in Sekunden verfügbar. Ein kurzer Blick ist immer besser als ein Rechtschreibfehler im veröffentlichten Text.

In privater Kommunikation fallen Fehler kaum auf. In der Geschäftskommunikation haben Rechtschreibfehler Konsequenzen: Sie signalisieren mangelnde Sorgfalt, wecken Zweifel an der Professionalität des Absenders – und lenken ab. Wer einen Fehler bemerkt, ist für einen Moment nicht mehr beim Inhalt, sondern beim Fehler.

🧩 Beispiel: Ein Rechtsanwalt aus Dessau hat in seiner automatischen E-Mail-Signatur jahrelang „Mit freundlichem Grüßen“ geschrieben – mit „m“ statt „n“. Hunderte Mandanten haben diese Signatur gelesen. Wie viele es bemerkt haben, weiß er nicht. Dass es niemandem positiv aufgefallen ist, lässt sich mit Sicherheit sagen.

2. Die häufigsten Rechtschreibfehler – und wie Sie sie vermeiden

2.1 das vs. dass

Der Klassiker. Kaum ein Rechtschreibfehler kommt in deutschen Texten häufiger vor – und dabei ist er einer der einfachsten zu vermeidenden, sobald die Regel sitzt.

📝 Definition: „Das“ ist ein Artikel oder Demonstrativpronomen und lässt sich durch „dieses“, „jenes“ oder „welches“ ersetzen. „Dass“ ist eine Konjunktion, die einen Nebensatz einleitet, und lässt sich durch kein anderes Wort ersetzen.

Die Merkhilfe: Ersetzen Sie „das“ oder „dass“ probeweise durch „dieses“. Funktioniert der Satz noch? Dann schreiben Sie „das“. Klingt es falsch? Dann ist „dass“ richtig.

Falsch: „Ich weiß, das Sie kommen.“ Die Probe mit „dieses“ – „Ich weiß, dieses Sie kommen“ – ergibt keinen Sinn. Richtig: „Ich weiß, dass Sie kommen.“ Zum Vergleich: „Das Angebot liegt vor“ wird zu „Dieses Angebot liegt vor“ – das funktioniert, also bleibt es bei „das“.

2.2 seit vs. seid

„Seit“ mit „t“ ist immer zeitbezogen – es beschreibt einen Zeitraum oder Zeitpunkt. „Seid“ mit „d“ ist die Verbform von „sein“ in der zweiten Person Plural. Dieser Rechtschreibfehler passiert besonders häufig im schnellen Schreiben, weil beide Wörter identisch klingen.

Merkhilfe: Lässt sich „seit“ durch „ab“ oder „von … an“ ersetzen? Dann schreiben Sie es mit „t“. Passt stattdessen „ihr seid“? Dann mit „d“.

Richtig: „Seit drei Jahren arbeiten wir zusammen.“ – Richtig: „Seid ihr bereits eingetragen?“

2.3 wieder vs. wider

„Wieder“ bedeutet erneut oder zurück. „Wider“ bedeutet gegen oder entgegen. Beide klingen im Deutschen gleich – aber nur „wider“ hat ein kurzes „i“. Steht das Wort für „nochmal“ oder „zurück“? Dann langes „ie“. Steht es für „gegen“? Dann einfaches „i“.

Falsch: „Das spricht wieder alle Erwartungen.“ Gemeint ist „entgegen“, also richtig: „Das spricht wider alle Erwartungen.“ Zum Vergleich: „Wir treffen uns wieder am Dienstag“ – hier stimmt „wieder“ im Sinn von „erneut“.

⚠️ Wichtig: „Widerspiegeln“ und „widersprechen“ schreiben sich immer mit einfachem „i“, weil sie „gegen“ bedeuten. „Wiederholen“ dagegen mit doppeltem „ie“, weil es „nochmal holen“ bedeutet. „Wiederspiegeln“ ist deshalb ausnahmslos falsch – einer der häufigsten Rechtschreibfehler überhaupt.

2.4 Groß- und Kleinschreibung substantivierter Verben und Adjektive

Substantivierungen – Verben oder Adjektive, die als Hauptwort verwendet werden – schreibt man im Deutschen groß. Das klingt einfacher, als es in der Praxis oft ist.

Richtig: „Das Schreiben liegt vor“ – Substantivierung von „schreiben“. Richtig: „Beim Lesen fällt es auf“ – Substantivierung von „lesen“. Falsch dagegen: „Das beste wäre ein Gespräch.“ Hier ist „das Beste“ substantiviert – also großschreiben.

Merkhilfe: Steht ein Artikel, Pronomen oder „etwas / nichts / alles / viel“ davor, ist das folgende Wort in der Regel großzuschreiben.

2.5 Getrennt- und Zusammenschreibung

Dieser Bereich gehört zu den fehleranfälligsten der deutschen Rechtschreibung – und die Rechtschreibreform hat ihn nicht vereinfacht.

Häufige Rechtschreibfehler betreffen Kombinationen aus Verb und Adjektiv oder Verb und Substantiv: „kennenlernen“ wird im Infinitiv zusammengeschrieben, aber „Ich lerne Sie kennen“ getrennt. „E-Mail schreiben“ wird stets getrennt geschrieben. Bei „Onlineshop“ oder „Online-Shop“ lässt der Duden beide Varianten zu – wichtig ist, innerhalb eines Textes konsequent bei einer Schreibweise zu bleiben.

💡 Tipp: Im Zweifel ist der Online-Duden für zusammengesetzte Wörter die verlässlichste Referenz. Nutzen Sie ihn als feste Anlaufstelle – nicht nur gelegentlich.

2.6 Apostroph: wann und wann nicht

Der Apostroph zählt zu den am häufigsten falsch gesetzten Zeichen in deutschen Texten – und der Fehler ist in vielen Fällen identisch: Er steht dort, wo er nicht hingehört.

📝 Definition: Der Apostroph (‚) kennzeichnet im Deutschen Auslassungen in Wörtern oder bildet den Genitiv bei Eigennamen, die auf s, ss, ß, tz, x oder z enden.

Falsch: „Anna’s Büro“ – richtig: „Annas Büro“, denn das normale Genitiv-s braucht keinen Apostroph. Richtig dagegen: „Klaus‘ Büro“ – hier endet der Name auf s, und der Apostroph ersetzt das zusätzliche Genitiv-s. Richtig auch: „In den 90er-Jahren“, ohne Apostroph – häufig falsch als „90’er-Jahre“ geschrieben. Beim Plural gilt grundsätzlich: „Videos und Fotos“, niemals „Video’s und Foto’s“.

⚠️ Wichtig: Der sogenannte Deppenapostroph – ein Apostroph vor einer Pluralendung wie bei „Pizza’s“ oder „Büro’s“ – ist ausnahmslos falsch. Im Deutschen steht beim Plural nie ein Apostroph. Wenn Sie diesen Rechtschreibfehler in Ihren eigenen Texten kennen, lohnt sich eine gezielte Suche nach dem Apostroph-Zeichen beim Korrekturlesen.

2.7 Zeichensetzung bei Aufzählungen

Aufzählungen sind in Geschäftstexten häufig – und die Zeichensetzung am Ende der einzelnen Punkte wird regelmäßig uneinheitlich gehandhabt. Auch das ist ein Fehler, auch wenn er stilistisch wirkt.

Bestehen die Punkte aus vollständigen Sätzen, endet jeder mit einem Punkt. Bilden die Punkte zusammen einen einzigen Satz, ohne selbst vollständige Sätze zu sein, steht nach jedem Punkt außer dem letzten ein Semikolon; der letzte schließt mit einem Punkt. Sind die Punkte sehr kurze Fragmente ohne Satzstruktur, kann die Zeichensetzung ganz entfallen – dann aber einheitlich bei allen Punkten.

Entscheidend ist Konsequenz innerhalb einer Aufzählung. Mischformen wirken unfertig.

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3. Weitere häufige Fehler im Schnellüberblick

3.1 Groß- oder Kleinschreibung nach dem Doppelpunkt

Nach einem Doppelpunkt wird großgeschrieben, wenn ein vollständiger Satz folgt. Folgt eine Aufzählung oder ein unvollständiger Satz, wird kleingeschrieben.

Richtig: „Es gibt drei Möglichkeiten: Entweder Sie rufen an, oder Sie schreiben, oder Sie kommen vorbei.“ – vollständiger Satz, also Großschreibung. Richtig auch: „Der Service beinhaltet: tägliche Updates, wöchentliche Backups, monatliche Berichte.“ – Aufzählung, also Kleinschreibung.

3.2 „aufgrund“ und „entgegen“

„Aufgrund“ wird zusammengeschrieben – die getrennte Schreibweise „auf Grund“ ist veraltet. „Entgegen“ ist eine Präposition und steht immer getrennt vom folgenden Wort: „entgegen aller Erwartungen“, nicht „entgegenaller Erwartungen“.

3.3 Anglizismen richtig schreiben

Anglizismen werden im Deutschen nach deutschen Regeln gebeugt: „E-Mails“ im Plural, „heruntergeladen“ oder „gedownloadet“ – beides ist korrekt, ebenso „gecheckt“. Im Zweifel gilt: einheitlich bleiben und den Duden heranziehen. Viele gängige Anglizismen sind dort inzwischen verzeichnet.

🧩 Beispiel: Eine Kommunikationsberaterin aus Wien hat in einem Angebotsdokument „E-Mail“ mal groß, mal klein, mal mit, mal ohne Bindestrich geschrieben. Kein einzelner Rechtschreibfehler fällt für sich auf – in der Summe wirkt das Dokument jedoch unfertig. Die Lösung: einmal festlegen, wie Anglizismen im eigenen Unternehmen geschrieben werden, und das konsequent durchhalten.

3.4 Absolute Adjektive richtig einsetzen

Ein häufiger Fehlertyp: die falsche Steigerung absoluter Adjektive.

„Die Lösung ist einzigartiger als die Alternative“ ist logisch nicht möglich – etwas ist entweder einzigartig oder nicht. Ebenso: „Das ist die optimalste Variante.“ „Optimal“ bedeutet bereits „bestmöglich“ – es beschreibt einen absoluten Zustand, der sich nicht weiter steigern lässt. Eine Steigerung davon gibt es nicht. Solche Formulierungen rutschen leicht in Angebote und Website-Texte, weil sie im Alltag gebräuchlich klingen.

🧩 Beispiel: Ein Unternehmensberater schreibt in seinem Angebot: „Wir liefern die optimalsten Ergebnisse für Ihr Unternehmen.“ Der Fehler fällt vielen Lesern nicht bewusst auf – aber er hinterlässt ein ungutes Gefühl. „Wir arbeiten auf das bestmögliche Ergebnis hin“ ist präziser und stilistisch sauber.

4. Hilfsmittel und Ressourcen

Kein Hilfsmittel ersetzt das eigene Lesen vollständig – aber einige erleichtern die Arbeit erheblich und decken Rechtschreibfehler auf, die beim stillen Lesen unbemerkt bleiben.

Der Online-Duden ist die erste Anlaufstelle für Rechtschreibfragen aller Art. Das Wörterverzeichnis des Rats für deutsche Rechtschreibung bietet die amtlichen Regeln im Volltext – kostenlos und verbindlich.

Ergänzend dazu prüft LanguageTool auf Rechtschreib-, Grammatik- und Stilfehler, direkt im Browser oder als Erweiterung für Word und Google Docs. Der Duden-Mentor bietet ähnliche Funktionen mit besonderem Fokus auf die deutsche Sprache. Beide sind in einer kostenlosen Basisversion verfügbar.

⚠️ Wichtig: Kein automatisches Hilfsmittel findet alle Rechtschreibfehler – insbesondere keine Kontextfehler wie „seit“ statt „seid“. Sie bleiben die letzte Prüfinstanz vor der Veröffentlichung. Nutzen Sie diese Werkzeuge als Unterstützung, nicht als Ersatz für die eigene Prüfung.

5. Fazit

Die meisten Rechtschreibfehler in Geschäftstexten sind keine Wissenslücken, sondern Gewohnheitsfehler – und lassen sich gezielt vermeiden, sobald Sie sie kennen. Wenn Sie Ihre eigenen Schwachstellen identifizieren und beim Korrekturlesen konsequent danach suchen, finden Sie diese Fehler zuverlässiger als bei einem allgemeinen Durchlesen. Eine kurze Liste Ihrer persönlichsten Problemwörter bringt langfristig mehr als jedes einmalige Durchsehen.

Sie möchten, dass Ihre Geschäftstexte durchgängig fehlerfrei und in der richtigen Tonalität wirken?

Schicken Sie mir Ihr Dokument – ich übernehme das Korrektorat.

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